Der KfW 261 – „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude" – ist der Förderkredit für die Sanierung eines Wohngebäudes zum Effizienzhaus. Alle Werte in diesem Artikel stammen aus dem KfW-Merkblatt zum Programm (Stand: 09/2026).
Was ist der KfW 261?
Der KfW 261 ist ein zinsgünstiger Kredit der staatlichen KfW. Gefördert werden:
- die Sanierung eines bestehenden Wohngebäudes oder einer Wohneinheit zum Effizienzhaus,
- der Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses oder einer sanierten Eigentumswohnung innerhalb von 12 Monaten nach der Bauabnahme (Ersterwerb),
- die energetische Fachplanung und Baubegleitung und, für die Nachhaltigkeitsklasse, die Nachhaltigkeitszertifizierung.
Das Besondere ist der Tilgungszuschuss: Einen Teil des Kredits musst du nicht zurückzahlen. Für Neubauten ist der KfW 261 nicht gedacht – dafür gibt es den Klimafreundlichen Neubau (KfW 297/298).
Zwei Voraussetzungen gelten immer:
- Der Bauantrag oder die Bauanzeige des Gebäudes liegt bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurück.
- Nach der Sanierung decken erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme mindestens 65 % des Energiebedarfs für Wärme und Kälte. Gefördert werden nur Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien, Gasheizungen nicht.
Wie viel Kredit und Tilgungszuschuss gibt es?
Für die Sanierung bekommst du bis zu 150.000 € je Wohneinheit – unabhängig von der Effizienzhaus-Stufe. Maßgeblich ist die Zahl der Wohneinheiten nach der Sanierung.
Wie viel du nicht zurückzahlen musst, hängt von der erreichten Stufe ab:
| Effizienzhaus-Stufe | Tilgungszuschuss |
|---|---|
| Effizienzhaus 40 EE | 10 % |
| Effizienzhaus 55 EE | 5 % |
| Effizienzhaus Denkmal EE | 5 % |
| Effizienzhaus 70 EE | – |
| Effizienzhaus 85 EE | – |
Dazu kommen Boni, die sich addieren:
- Nachhaltigkeitsklasse (NH): +5 Prozentpunkte, wenn ein Nachhaltigkeitszertifikat (QNG PLUS) vorliegt.
- Worst Performing Building (WPB): +10 Prozentpunkte für Gebäude, die energetisch zu den schlechtesten in Deutschland gehören (nicht für Effizienzhaus Denkmal EE).
- Serielle Sanierung: +15 Prozentpunkte bei Effizienzhaus 55 und 40, +5 Prozentpunkte bei Effizienzhaus 70 – wenn vorgefertigte Fassaden- oder Dachelemente montiert werden.
Im besten Fall – Effizienzhaus 40 NH als Worst Performing Building mit serieller Sanierung – sind das 40 %. Der Tilgungszuschuss wird nach Abschluss und Nachweis der erreichten Stufe gutgeschrieben.
Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung finanziert die KfW zusätzlich, jeweils bis zu 10.000 € pro Vorhaben bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 4.000 € je Wohneinheit, höchstens 40.000 € bei Mehrfamilienhäusern. Darauf gibt es 50 % Tilgungszuschuss.
Laufzeit und Zins: Die Mindestlaufzeit beträgt 4 Jahre. Möglich sind bis zu 10 Jahre (1–2 tilgungsfreie Jahre oder Rückzahlung in einer Summe am Ende), bis zu 20 Jahre (1–3 tilgungsfreie Jahre) oder bis zu 30 Jahre (1–5 tilgungsfreie Jahre). Der Zins ist für die ersten 10 Jahre fest. Den aktuellen Zinssatz findest du auf der Programmseite – wir prüfen ihn jede Woche.
Wer kann den KfW 261 beantragen?
Antragsberechtigt sind alle, die in ein Wohngebäude investieren, unter anderem:
- Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs)
- Freiberuflich Tätige
- Unternehmen, einschließlich Einzelunternehmer und kommunaler Unternehmen
- Wohnungsbaugenossenschaften und andere juristische Personen des Privatrechts
- gemeinnützige Organisationen einschließlich Kirchen und Körperschaften des öffentlichen Rechts
Es spielt keine Rolle, ob du selbst einziehst oder vermietest. Für Kommunen gibt es ein eigenes Programm.
Schritt-für-Schritt: So beantragst du den KfW 261
Den Antrag stellst du über einen Finanzierungspartner der KfW, meist die Bank, die deine Finanzierung übernimmt – direkt bei der KfW geht es nicht.
- Energieeffizienz-Experten einbinden – er muss auf der Expertenliste des Bundes stehen (Kategorie „Wohngebäude“, bei Baudenkmalen „Wohngebäude Denkmal“). Ohne ihn gibt es keine Förderung.
- Antrag stellen, bevor das Vorhaben beginnt – ein Vorhabenbeginn vor der Antragstellung ist förderschädlich. Beim Kauf eines sanierten Effizienzhauses: vor Abschluss des Kaufvertrags.
- Maßnahme umsetzen – Kreditbetrag und Tilgungszuschuss lassen sich später nicht über den beantragten Umfang hinaus aufstocken.
- Bestätigung nach Durchführung – der Experte bestätigt die erreichte Effizienzhaus-Stufe und die Kosten.
- Tilgungszuschuss wird gutgeschrieben.
👉 Energieberatung für Wohngebäude – Förderung für die Beratung
Kombinierbar mit anderen Programmen?
Nicht kombinierbar:
- BEG Einzelmaßnahmen (BAFA-Zuschuss und KfW 358/359): ausgeschlossen. Nach einem über den KfW 261 geförderten Vorhaben kannst du Einzelmaßnahmen frühestens nach 3 Jahren beantragen – und umgekehrt.
- Für dieselbe Maßnahme: BEG WG Zuschuss (461), Altersgerecht Umbauen (159), Barrierereduzierung (455-B) und Einbruchschutz (455-E).
- Für dieselben Kosten: Kommunalrichtlinie, KWKG, EEG und die Förderung effizienter Wärmenetze (BEW).
Kombinierbar: Andere Fördermittel für dieselbe Maßnahme – zum Beispiel Programme deines Bundeslands – sind grundsätzlich möglich. Ausdrücklich kombinierbar ist auch „Gewerbe zu Wohnen“ (KfW 266).
👉 BEG Einzelmaßnahmen ansehen 👉 KfW 358/359 – Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen
Fazit
Der KfW 261 ist der erste Anlaufpunkt, wenn du ein bestehendes Wohngebäude umfassend zum Effizienzhaus sanierst oder ein frisch saniertes Effizienzhaus kaufst. Der Tilgungszuschuss lohnt sich vor allem bei Effizienzhaus 40 und 55 – mit den Boni für Nachhaltigkeit, Worst Performing Buildings und serielle Sanierung bis zu 40 %. Der Schlüssel: früh einen Energieeffizienz-Experten einbinden und den Antrag vor Beginn stellen.


